ERLEBEN

FRISCHH & KNACKIG

Erntefrische News aus dem Großmarkt Hamburg

In unserem neuen Großmarkt News-Blog gibt es mittwochs im zweiwöchentlichen Rhythmus erntefrische Informationen von unseren Händlern zu aktuellen Themen und Nachrichten rund um das Thema Obst, Gemüse und Blumen. Schaut regelmäßig vorbei, damit Ihr immer up-to-date seid und beim nächsten Einkauf auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt mitreden könnt!

Erntefrische News

FRISCHH & KNACKIG - 08.07.2020: Blumenhandel

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Blumenhandel

Der Handel spürt deutlich, dass die Nachfrage größer ist als erwartet. Die Verbraucher bleiben im Lande, das ersparte Urlaubsgeld fließt in die Begrünung des Homeoffice mit Zimmerpflanzen. Balkone, Terrassen und Gärten werden schön gemacht.

Von dieser Entwicklung wird der produzierende Gartenbau in der Region und auch in Lieferländern wie Dänemark, Italien oder Niederlande überrascht. Stauden, die in diesem Jahr in den Großhandel gelangen, sind bereits im Vorjahr gesät oder vermehrt worden, natürlich in der üblichen Anzahl. Sämlinge und Stecklinge, die im Winter in afrikanischen Ländern vorkultiviert werden, konnten nicht geliefert werden. Im März wirkte dann der Corona-Schock; statt einer steigenden Nachfrage erwarteten manche Gärtner einen Einbruch und produzierten geringere Mengen. All das wirkt sich aktuell aus, Blumen und Pflanzen brauchen eben ihre Zeit. So sind die Stände auf dem Blumengroßmarkt zum Marktende geräumt. Die rund 90 Erzeugerbetriebe aus der Region konnten und können die Nachfrage des Fachhandels aber bedienen. Anders als in den Vorjahren sind die Produzenten bei Preisverhandlungen gegenüber dem Groß- und Einzelhandel in einer starken Position. Bisher ist der mit dem Ferienbeginn üblicherweise einsetzende Preisdruck kaum spürbar.

Ermäßigte Umsatzsteuer

Für den Handel mit Blumen und Pflanzen gilt der ermäßigte Steuersatz. Bisher betrug der Steuersatz 7 %, vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 sind es 5 %. Auf dem Blumengroßmarkt verkaufen die Anbieter an Wiederverkäufer, nicht jedoch an Endverbraucher. Daher sind die Blumen und Pflanzen mit ihren Nettopreisen ausgezeichnet, die sich nicht ändern. Im regionalen Blumenhandel werden die meisten Pflanzen in Mehrweg oder Pfandverpackungen angeboten und transportiert. Für das Pfand auf Verpackungen gilt allerdings der reguläre Steuersatz von 19, jetzt 16 %.

Im Trend: Duftkräuter

Wir schätzen Kräuter neben ihrer Bedeutung für die Küche auch und besonders wegen ihres Duftes. So gehört Lavendel derzeit zu den meistverkauften Pflanzen. Die Erzeuger bedienen allerdings auch einen Trend aus der Floristik: Duftsträuße. Basilikum, Salbei und anderes wird als Schnitt angeboten, nicht zum Verzehr, sondern für die Binderei oder den Tischschmuck.

Welches sind die meistverkauften Blumen?

Die kürzlich veröffentlichte Statistik der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) nennt uns bei den Schnittblumen Rosen, Tulpen und Chrysanthemen. Die Nelke taucht unter den Top 10 seit Jahren nicht mehr auf, trotz attraktiver neuer Züchtungen. Bei den Beet- und Balkonpflanzen sind es Heide, Geranien und Stiefmütterchen. Die Heidesaison beginnt demnächst und Geranien schmücken derzeit Gärten und Balkone. Orchideen (namentlich Phalaenopsis) führen seit vielen Jahren und mit großem Abstand die Liste bei den blühenden Zimmerpflanzen an, gefolgt von Weihnachtssternen, Topfrosen und Alpenveilchen.

FRISCHH & KNACKIG - 24.06.2020: Sommerobst

Daheim bleiben und Sommerobst genießen. Kann das deutsche Angebot mit der starken Nachfrage Schritt halten?

In diesem Jahr gibt es ein generell hohes Preisniveau im gesamten Obstbereich. Ein Grund ist die starke Nachfrage. Wenige Leute verreisen, sondern bleiben daheim. Anstatt auf Malle am Pool bevorzugen die Deutschen dieses Jahr den Obstgenuss zu Hause. 

Umsatzpush bei Sommerobst – ein Corona Effekt

Corona hat den Obstabsatz gepusht, insbesondere bei Beerenobst. Im Einzelhandel stiegen die Absatzmengen im April um 18 %. „Preise im Sommerobstsortiment sind deutlich teurer als im Vorjahr“, sagt Ursula Schockemöhle, Expertin für Obst und Gemüse der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, AMI, „ ein Grund sind die Ernteausfälle. Allein im Mittelmeerraum werden 15-20  weniger Pfirsichen, Nektarinen und Aprikosen erwartet. Das führt zu Preiserhöhungen. Bei Nektarinen liegt die Preiserhöhung bei 46%, bei Aprikosen bei 26 % und bei Wassermelonen gibt es sogar eine Preiserhöhung von bis zu 39%. “Auch in Deutschland gibt es Ernteausfälle bei Sommerobst. Dadurch zahlen die Verbraucher dieses Jahr mehr: Zum Beispiel sind deutsche Erdbeeren 34 % teurer als im Vorjahr.

Saisonverzögerung bei den Beeren

Saisonverzögerung gibt es durch den kalten Mai insbesondere bei Erdbeeren. Das gilt auch u.a. für Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren. Unsere Expertin weiß: „ Das Wetter hier oben ist jetzt zwar schön, aber das meiste Strauchbeerenobst kommt noch aus dem süddeutschen Raum und da hat es die zurückliegenden Tage geregnet.“

Kirschensaison kommt in Deutschland nur allmählich in Fahrt

Auch die bei uns sehr beliebten Kirschen sind später dran. Im Mittelmeerraum gibt es in Italien, Spanien und Griechenland eine kleine Ernte. Auch werden erstmal die eigenen Märkte versorgt, zumal die Preise auf dem Inlandsmarkt besser sind. Und hier kommt die Saison erst jetzt allmählich in Fahrt. Bevorzugt werden von den Konsumenten in Deutschland die großen Kirschen (< 28 mm).

Aprikosen in einer Kiste

FRISCHH & KNACKIG – 10.06.2020: Südfrüchte

Südfrüchte: Auch in Krisenzeiten unverzichtbar und verfügbar

Passionsfrüchte aus Vietnam, Papayas aus Brasilien oder Mangos aus Peru: Neben den Erzeugnissen aus der Region werden auf dem Großmarkt Hamburg auch Südfrüchte aus aller Welt angeboten. Doch wie steht es in Zeiten der Corona-Pandemie um die Verfügbarkeit der Südfrüchte? Wir klären auf, was sich verändert hat.

Was sind Südfrüchte?

Südfrüchte sind Obstsorten, die in unserem Raum nicht heimisch sind und deshalb importiert werden. Hierzu gehören tropische Früchte, die in den Tropen und Subtropen angebaut werden, aber auch Zitrusfrüchte, die in der gemäßigten Klimazone wachsen. Ein weiterer Begriff ist die exotische Frucht, die auch aus fernen Ländern importiert wird, dies jedoch in kleineren Mengen, da der Verbraucher in Deutschland mit ihr nicht vertraut ist.

Ernte in den Herkunftsländern unter erschwerten Bedingungen

Die Corona-Pandemie hat das Leben weltweit zum Stillstand gebracht. Auch die Ernte in den Herkunftsländern ist hiervon betroffen. In vielen der Länder herrschen mitunter strengere Auflagen als in Deutschland, teilweise sogar komplette Lockdowns, die eine Ernte erschweren. Hygienevorschriften und Abstandsregeln zwingen die Erzeuger, die Produktion herunterzufahren oder komplett einzustellen.

Kosten für Flugimporte um ein Fünffaches gestiegen

Händler, die ihre Südfrüchte auf dem Großmarkt anbieten, stehen vor großen logistischen Herausforderungen. Insbesondere der Lufttransport bereitet ihnen große Bauchschmerzen. Südfrüchte wie Mangos, Papayas und Ananas werden mit dem Flugzeug importiert. Dies erfolgt zu einem Großteil mit Passagierflugzeugen. Wer mit dem Ferienflieger nach Deutschland zurückgekehrt ist, hatte unter den Füßen nicht nur das Gepäck dabei, sondern etwa auch Melonen. Mit dem Erliegen des Passagierflugverkehrs fallen somit auch die Transportmöglichkeiten weg. Die Frachtflieger transportieren vorrangig Schutzbekleidung und Medikamente. Die Kapazitäten sind entsprechend gering und als Folge steigen auch die Transportkosten auf bis das Fünffache des ursprünglichen Preises. Doch die Not macht erfinderisch. So hat die Lufthansa Sitze aus ihren Flugzeugen für den Frachttransport ausgebaut oder sichert die Kartons mit Ware auf den Sitzplätzen.

Was ändert sich für den Verbraucher?

Auch auf den Transportwegen zur See oder auf der Straße sind die Transportkosten stark gestiegen. Doch was bedeutet das für den Endverbraucher? Die gute Nachricht zuerst: Es ist genug Ware da. Durch den Wegfall der Gastronomie verzeichnen die Händler keinen Rückgang der Nachfrage. Eher verlagert sich diese von den Gastronomen zum Privatverbraucher. Hier ist lediglich zu erkennen, dass die Nachfrage wochenweise extrem schwankt. Was in der einen Woche extrem gefragt ist, kann in der nächsten Woche gar kein Interesse hervorrufen. Ein Wermutstropfen gibt es dennoch: Die Preise ziehen an. Den Händlern bleibt infolge der hohen Transportkosten keine andere Wahl, als die Preise zu erhöhen, was sich dann auch im Geldbeutel der Endverbraucher bemerkbar macht.

Das Fazit

Wir wissen nun: Hinter jeder Südfrucht steckt eine lange Reise und Geschichte. Wenn mal etwas nicht auf dem Markt vorhanden ist, lohnt es sich, beim Verkäufer nachzufragen. Diese können Wünsche nach bestimmten Südfrüchten zeitnah bedienen. Der Genuss einer leckeren Ananas oder Mango bleibt uns auch weiterhin erhalten.

Zitrusfrüchte in einer Holzkiste

FRISCHH & KNACKIG – 27.05.2020: Spargel

Gekocht, gegrillt, gedünstet – Spargel ist einfach lecker

In der ersten Ausgabe des Nachrichtenblogs dreht sich alles um das beliebteste Frühlingsgemüse der Deutschen: Spargel. Zwei unserer Händler verraten aktuelle Neuigkeiten rund um das weiße Gold.

Jedes Jahr freuen sich die Deutschen auf den Start der Spargelsaison. Mit einer Erntemenge von 122.000 Tonnen in 2019 und einem Pro-Kopfverzehr von durchschnittlich 1.7 Kilo ist der Asparagus Officinalis (Lateinischer Name) in grün und weiß das Saisongemüse schlechthin. Doch in diesem Jahr scheint aufgrund der Corona-Pandemie alles anders: Wird es genug Spargel geben? Werden die Preise aufgrund Covid-19 steigen? Fragen über Fragen, die auch den Großmarkt Hamburg immer wieder erreichen. Als größter Versorger für Obst, Gemüse und Blumen im Norden klären wir auf.

Was muss man aktuell für Spargel zahlen?

Die Preise sind in den letzten Tagen etwas angezogen. Der Anstieg der Preise wird nun wahrscheinlich auch an den Verbraucher im Einzelhandel weitergegeben. Hier liegt der Verkaufspreis aktuell bei etwa 10  Euro das Kilo. Unsere Händler wissen: „Die Preisschwankungen sind stark abhängig vom Wetter sowie der Nachfrage zu Pfingsten.“

Sind weitere Preisschwankungen zu erwarten?

Generell entsprechen die Spargel-Preise dem Vorjahresniveau und sind daher nichts Ungewöhnliches. Es ist außerdem auch wie jedes Jahr damit zur rechnen, dass Spargel nun insgesamt eher wieder günstiger wird als teuer. „Wenn dann im Laufe der Saison auch noch mehr wächst und geerntet wird, rutscht der Preis in den Keller. Die Leute sind gesättigt und werden vermutlich versuchen, an die See zu fahren, um Urlaub zu machen. Deshalb ist ein weiterer Anstieg nach oben eher unwahrscheinlich“, versichern unsere Experten.

Gab oder gibt es Probleme aufgrund fehlender Erntehelfer oder Trockenheit?

Die aktuelle Trockenheit stellt kein großes Problem bei der Ernte dar, weil Bewässerungsanlagen die Felder mit genügend Feuchtigkeit versorgen können. Problematischer ist eher die Situation um die Erntehelfer. Aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Krise herrscht teilweise Personalmangel. Und auch die beliebten kleinen, roten Scheinfrüchte kommen den Spargelbauern in die Quere. „Inzwischen werden die Erdbeeren reif und die Erntehelfer werden von den Spargelfeldern abgezogen, um bei der Erdbeerernte zu helfen“, so unsere Experten.

Nun erholt sich auch langsam wieder die Gastronomie. Gibt es trotzdem genug Spargel für alle?

Die Händler geben trotz dieser Schwierigkeiten Entwarnung: „Es ist genug da.“ Auch wenn Restaurants wieder öffnen, herrscht gerade noch kein Hochbetrieb in der Gastronomie. Zusätzlich dazu sinkt zum Ende der Saison auch die Nachfrage. Es wird weiterhin genug Spargel für alle geben.