ERLEBEN

GESUNDE ERNÄHRUNG

Wissenswertes über den Sinn und Unsinn von Lebensmitteln

TRAUBEN: BIO-AKTIV

TRAUBEN – GANZJÄHRIGER GENUSS

Frisch – getrocknet – als Saft – als Wein – als Öl – Trauben bieten Genuss auf vielfältige Art und Weise. Die weltweite Traubenproduktion liegt nach Bananen und Äpfeln an dritter Stelle aller Obstarten und belief sich 2013 weltweit auf über 77 Millionen Tonnen. Etwa 80 % der Trauben gehen dabei in die Weinverarbeitung und 20 % als frische Tafeltrauben oder getrocknet in den Handel.
 

Botanik und Aussehen

Trauben gehören botanisch gesehen zu den Beeren, daher auch die Bezeichnung Weinbeere für die einzelne Frucht, während Traube eigentlich die Gesamtheit aller Beeren am Kamm bezeichnet.

Die Beeren sind rund bis oval, es gibt sie mit und ohne Kerne und farblich variieren sie von hellgelb, hellgrün über rot bis blau und schwarzblau. Sie zählen zu den nichtklimakterischen Früchten, reifen also nach der Ernte nicht nach.
Trauben wachsen am sogenannten Weinstock/-rebe, einem Kletterstrauch, der dutzende von Trauben pro Saison bildet und mehrere Jahrzehnte alt werden kann. Bekannt sind Tausende verschiedene Rebsorten, wobei aber nur wenige eine wirtschaftliche Bedeutung im Weinbau (Keltertrauben) bzw. in der Tafeltraubenproduktion haben. Weinreben wachsen in allen gemäßigten, teils subtropischen Regionen der Erde, wobei Tafeltrauben ein besonders warmes und mildes Klima benötigen, damit sie ihren süßen und aromatischen Geschmack ausbilden können.

Trauben sind das ganze Jahr über verfügbar. Die Bilder ganz unten zeigen verschiedene Sorten, die aktuell erhältlich sind. Die Grafik zeigt die Erntezeiten in den wichtigsten Herkunftsländern.


 

Inhaltsstoffe

In der nebenstehenden Tabelle sind die wichtigsten Nährstoffwerte für Trauben zusammengefasst. Dabei handelt es sich um mittlere Messwerte, die je nach Sorte und Varietät, je nach Herkunft und Wetterbedingungen schwanken können.
Trauben haben einen hohen Zuckergehalt, der sich vornehmlich aus gleichen Anteilen an Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) zusammensetzt.
Die aktuellen Zuckerwerte der unten abgebildeten Sorten, gemessen mit einem Handrefraktometer, liegen bei:

  • Black Pearl (Italien): 20 %
  • Crimson (Türkei): 20 %
  • Timco (Brasilien): 21 %
  • Crimson (Italien): 16%
  • Thompson Seedless (Peru): 19%
  • Italia (Italien): 19%


Bemerkenswert ist neben den Vitaminen und Mineralstoffen (vor allem Kalium) die Vielzahl bio-aktiver Inhaltsstoffe. Insbesondere die roten und blauen Trauben enthalten Tannine, Polyphenole, Flavonoide und Anthocyane, also sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, denen antioxidative und andere positive gesundheitliche Effekte zugeschrieben werden.

Bericht: Dr. Kerstin Filipzik

SUPER GRANATAPFEL

PUNICA GRANATUM – WISSENSWERTES ÜBER DEN GRANATAPFEL

Der aktuell als Superfrucht beworbene Granatapfel zählt zu den ältesten Kult-, Kultur- und Heilpflanzen. Die auch unter der Bezeichnung Grenadine bekannte Frucht galt schon in der Antike als Sinnbild göttlicher Liebe und Unsterblichkeit und mit ihren zahlreichen Samenkernen als Symbol für Fruchtbarkeit und Glück. Im Mittelalter priesen die Alchemisten die lebensverlängernde Wirkung, und der Granatapfel wurde als Reichsapfel zum Symbol für Herrschertugend.
 

Herkunft und Aussehen

Der Granatapfelbaum zählt zur Familie der Weiderichgewächse, wächst fünf bis acht Meter hoch und wird vorzugsweise als Strauch kultiviert. Die Pflanze, die ihren Ursprung vermutlich in Persien (heute: Iran) hat, wird seit Jahrhunderten in den Ländern rund um das Mittelmeer angebaut. Der Granatapfel, botanisch eine Beere, besitzt eine rot-braune, ledrige Schale. Im Inneren finden sich mehrere Kammern, getrennt durch weißliche Häute und gefüllt mit mehreren hundert Samenkernen, die jeweils von rotem, fleischigem, glasigem Fruchtfleisch umgeben sind. Eine durchschnittliche Frucht erreicht einen Durchmesser von zehn Zentimetern und ein Gewicht von 400-500 Gramm, wovon etwa die Hälfte die Kerne ausmachen.
 

Lagerung und Verwendung

Der Granatapfel wird reif geerntet und kann bei Zimmertemperatur zwei bis drei Wochen gelagert werden. Im Kühlschrank bei Temperaturen von fünf bis zehn Grad Celcius bleibt er sogar mehrere Monate frisch. Gegessen werden die Samenkerne des Granatapfels. Sie zerplatzen beim Kauen, schmecken säuerlich süß bis herb und erinnern dabei an Johannisbeeren. In der Küche verwendet man sie für Salate, zu Süßspeisen, in orientalischen Gerichten und als Beilage zu Käse, Fisch und Fleisch. Der Saft des Granatapfels wird pur oder verdünnt getrunken und zu tiefrotem Grenadinesirup verarbeitet, der gerne in Cocktails und Erfrischungsgetränken Verwendung findet.
 

Inhaltsstoffe

Granatäpfel enthalten circa 16 Prozent Gesamtzucker, der hauptsächlich aus fast gleichen Anteilen von Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) besteht. Sie sind reich an Kalium, enthalten Eisen, Vitamin C und Folsäure und verfügen vor allem über eine Vielzahl bioaktiver Inhaltsstoffe, weit mehr als Blaubeeren, grüner Tee und Rotwein. Diesen sekundären Pflanzenstoffen (Flavonoide, Anthocyane, Polyphenole) werden antioxidative Eigenschaften und andere positive gesundheitliche Effekte zugeschrieben und ihnen verdankt der Granatapfel seinen Ruf als sogenannte Superfrucht.
 

Verarbeitung

Für die dekorative Öffnung eines Granatapfels empfiehlt sich folgendes Vorgehen, in den Bildern demonstriert von Mehmet Güzelel, Mitarbeiter der Firma Helmuth Ehmann Fruchthandels GmbH:

  1. Die Frucht mit einem scharfen Messer am oberen Ende kreisrund einschneiden und den Deckel abheben.
  2. Die Schale senkrecht entlang der einzelnen Samenkammern einschneiden, die Samenkammern nach außen biegen und die weißen Trennhäute entfernen.
  3. Zum Verzehr die einzelnen Samenkammern abschneiden, die Kerne abknabbern/absnacken oder mit einem kleinen Löffel vorsichtig herauslösen.
  4. Zur Saftgewinnung wird die Frucht halbiert und der Granatapfel mit einer Zitruspresse vorsichtig ausgepresst.


Vorsicht – Der Saft enthält Gerbstoffe und Farbstoffe, die Hände und Textilien nachhaltig färben. Deshalb sollten beim Aufschneiden und Auspressen Einweghandschuhe angezogen und Spritzer vermieden werden.

Bericht: Dr. Kerstin Filipzik

KAUM FRUCHT IM JOGHURT

AUF DER SUCHE NACH DER FRUCHT IM FRUCHTJOGHURT?

Schnell und einfach und, laut Werbung, gesund und lecker! Aber was ist eigentlich in einem Joghurt so alles drin?

  • Wir lösen die knifflige Aufgabe und berechnen den tatsächlichen Fruchtanteil und die zugesetzte Zuckermenge!
  • Wir schauen, welche Funktionen die einzelnen Zutaten und Zusatzstoffe haben!
  • Wir vergleichen den Preis eines gekauften mit einem selbstgemachten Himbeer-Joghurt!

 

Der tatsächliche Fruchtanteil

Die Zutatenliste für ein Himbeer-Joghurt zeigt dem Verbraucher erst einmal keine absoluten Werte. Insgesamt sind drei Komponenten enthalten: Joghurt, eine Fruchtzubereitung und Zucker. Die Fruchtzubereitung besteht dabei aus sieben Bestandteilen, Zucker als Hauptzutat und die Himbeeren lassen sich auch noch erklären, aber die übrigen fünf Komponenten würde niemand in sein selbstgemachtes Joghurt rühren. Der tatsächliche Fruchtanteil erschließt sich nicht und es ist auch fast schon höhere Mathematik zur Berechnung erforderlich! Auf jeden Fall muss mann schon ein bisschen um die Ecke denken!

Schritt 1
Der Anteil der Fruchtzubereitung in Höhe von 18 % ist deutlich hervorgehoben, das sieht gut aus. Zusätzlich lässt sich aus der Angabe „3,5 % Fett im Milchanteil“ und dem Wert „2,7 g Fett im Gesamt-Joghurt“ ein Joghurtanteil von etwa 77 % berechnen, so dass sich folgende Zusammensetzung ergibt: 77 % Joghurt, 18 % Fruchtzubereitung, 5 % Zucker

Schritt 2
Der Gesamtzuckergehalt von 13,2 % aus der Nährwerttabelle lässt sich nun aufsplitten in obige 5 g Zuckerzusatz, ca. 3,8 g Milchzucker im 77-%igen Joghurtanteil und sich daraus ergebende 4,4 g Zucker in der Himbeerzubereitung.

Schritt 3
4,4 g Zucker in der Himbeerzubereitung! Da der Himbeeranteil erst nach dem Zucker genannt ist, entsprechend der geltenden Gesetzgebung also weniger davon enthalten ist, ergibt sich letztendlich nur ein Anteil von etwa 4,3 g = 4,3 % im Gesamtjoghurt!

Fazit
Der tatsächliche Fruchtanteil für den vorliegenden 250g-Becher beträgt also gerade einmal 11 g Himbeeren – vernichtend wenig! Demgegenüber stehen aber ganze 22 g zugesetzter Zucker, das entspricht etwa sieben Zuckerwürfeln – viel zu viel!


Die Funktionen der Zutaten und Zusatzstoffe

11 g: das sind drei mittlere Himbeeren, also gerade einmal so viele, wie auf der Verpackung abgebildet. Und das soll den Geschmack ins Joghurt bringen? Kaum vorstellbar! Hier kommt nun das in der Himbeerzubereitung zugesetzte Aroma ins Spiel. Dieses wird als Duftstoff zugesetzt, der Verbraucher riecht die Himbeere und verbindet diese Wahrnehmung mit den aromatischen Himbeeren, die auf der Verpackung ja auch so nett zu sehen sind. Doch bei der Herstellung dieses natürlichen Aromas ist keine Himbeere beteiligt. Der Begriff „natürliches Aroma“ heißt nur, dass die Substanz aus/mit einem Naturstoff hergestellt wurde. Im Falle des Himbeeraromas gelingt dies durch Verkochen von Zedernholzspänen (Holz ist Natur) oder mikrobiologisch mit Hilfe von Schimmelpilzen, die ebenfalls natürlich sind. Leider reichen drei Himbeeren auch nicht für eine vernünftige Joghurt-Farbe aus… deshalb der Zusatz von Rote-Bete-Konzentrat.

Völlig überflüssig eigentlich der Zusatz von Wasser, während die Zugabe der modifizierten Stärke eine schöne bindende Wirkung hat und ein cremiges Mundgefühl erzeugt. Und letztendlich noch ein Säureregulator, der die saure Wirkung des Joghurts etwas abmildert, wie es auch in der Deklaration „250 g Joghurt mild“ versprochen wird.

Fazit – Auf diese Zutaten und Zusatzstoffe kann der Verbraucher gerne verzichten!


Der Preisvergleich

Das fertige Himbeer-Markenjoghurt 250 g kostet derzeit ca. 65 ct im Handel. Die selbstgemachte Variante soll einen Fruchtanteil von 30 % haben, das sind 175 g Joghurt und 75 g Himbeeren.

  • Ein Becher Naturjoghurt, 500 g, ist schon für 60 ct zu haben. Das sind also 21 ct für die benötigten 175 g.
  • Ein Beutel TK-Himbeeren berechnen wir mit 3 €. Für die 75 g Himbeeren sind somit 45 ct zu berechnen.
  • Den Zusatz von etwas Zucker, den die meisten Verbraucher noch benötigen, vernachlässigen wir finanziell.
  • Das sind 66 ct für die selbstgemachte Variante.


Fazit – Kein großer preislicher Unterschied zwischen gekaufter und selbstgemachter Variante, aber ein unvergleichlich größerer Genuss bei der eigenen Rezeptur mit dem siebenfach höheren Himbeeranteil! Probieren Sie es einmal aus!


Bericht: Dr. Kerstin Filipzik

CHILI – KLEIN ABER OHO

CHILI – KLEIN ABER OHO

Der eine mag es, der andere weniger… scharfes Essen. Verantwortlich für Schärfe ist üblicherweise Chili. Er soll gesund sein und glücklich machen. Er sorgt für besondere Geschmackserlebnisse bis hin zum sogenannten pepper-high-Effekt. Und, wenn es mal zu viel ist, dann gibt es dutzende Tipps gegen den Chili-Schmerz. Hier einige interessante Daten rund um den Chili und seine Wirkungen.

 

Chili – spanischer Pfeffer – Peperoni – Paprika

…verschiedene Bezeichnungen für ein und dieselbe Pflanzenart, ihr botanischer Name Capsicum, zugehörig zur Familie der Nachtschattengewächse.
Capsicum-Arten gibt es in den verschiedensten Formen, Farben und Geschmacksrichtungen, angefangen bei den großen, runden Gemüsepaprikas und den süßen Mini-Paprikas, über die länglichen und schärferen Peperonis bis hin zu den scharfen/superscharfen Chilis. Verantwortlich für die Schärfe der verschiedenen Sorten ist hauptsächlich das sogenannte Capsaicin. Die Substanz befindet sich vornehmlich in den helleren Scheidewänden sowie in den Samen und weniger im Fruchtfleisch, wobei die Fruchtspitze üblicherweise milder ist als das Fruchtende. Typische Capsaicin-Gehalte in handelsüblichen Chili-Sorten liegen bei 0,02-0,03 % für die mittelscharfe Jalapeno und bei 0,5-0,6 % für scharfe Habaneros. Wer schon einmal in diese Sorten pur gebissen hat, der wird auf den Genuss der schärfsten Chilisorte, der Bhut Jolokia, mit einem Capsaicin-Gehalt von 6-7 % definitiv verzichten.

Der Schärfegrad von Chilis wird üblicherweise in Scoville-Einheiten angegeben. Diese Einteilung geht auf ein Verfahren von Wilbur L. Scoville aus dem Jahre 1912 zurück: Eine Chiliprobe wird immer wieder mit Wasser versetzt und verkostet und es wird der Punkt bestimmt, an dem die Scharf-Wahrnehmung nicht mehr zu merken ist. Der angegebene Scoville-Grad (SHU = Scoville Heat Units) entspricht dann dem jeweiligen Verdünnungsfaktor. Ein Wert von 100 HSU entspräche dann einer hundertfachen, ein Wert von 1.000.000 HSU einer millionenfachen Verdünnung.

 

Chili ist gesund

Neben den wertvollen Carotinoid-Farbstoffen sind bei allen Capsicum-Sorten besonders die hohen Vitamin-C-Gehalte und Kalium-Werte hervorzuheben und, bei den scharfen Schoten, eben das enthaltene Capsaicin. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Capsaicin antibakteriell, fungizid, entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt und schon in kleinen Mengen die Verdauung fördert. In der Medizin werden capsaicinhaltige Komponenten z.B. in der Rheuma- und Schmerztherapie eingesetzt. Und als indirekter gesundheitlicher Schutz finden sie sich als Abwehrsubstanz in Pfeffer-Sprays.

 

Chili macht glücklich

Scharf ist kein Geschmack, sondern eine Schmerzempfindung über den Nerv Trigeminus, der im Kopfbereich lokalisiert ist. Das Capsaicin reizt die Rezeptoren (freie Nervenenden), die auch für Hitzewahrnehmungen verantwortlich sind. Es wird heiß, es schmerzt und wir kommen ins Schwitzen. Und, wie bei jedem anderen Schmerz auch, wird die Ausschüttung von Endophorphinen ausgelöst, die das Schmerzempfinden unterdrücken und unsere Stimmung positiv beeinflussen. Und genau diese Glückshormone führen zum pepper-high-Effekt... denn wie schön ist es, wenn der Schmerz nachlässt.

 

Chili als Geschmacksverstärker

Die Rezeptoren des Trigeminus und die Geschmacksrezeptoren der Zunge süß-sauer-salzig-bitter-umami liegen direkt nebeneinander. Werden die einen durch Scharfstoffe gereizt und dadurch besser durchblutet, wirkt sich das auch auf die benachbarten Geschmacksrezeptoren aus, die für die eigentlichen Geschmacksrichtungen deutlich empfindlicher werden.Geschmacks- und Scharf-Wahrnehmungen sind allerdings ganz individuell, so dass es keine generellen Regeln für die richtige Schärfe im Essen geben kann. Wichtig ist es, innerhalb der eigenen positiven Wahrnehmungsschwellen zu bleiben, um sich nicht den Geschmack zu verderben. Denn, wenn es zu scharf wird, dann ist jeder Geschmack einfach dahin. Chili sollte also moderat dosiert werden. Welche Form, ob frisch, getrocknet, pulver- oder fadenförmig, ist Geschmackssache. Der Scharfstoff Capsaicin ist beständig gegen Hitze und übersteht auch das Einfrieren.

 

Mittel gegen den Chili-Schmerz

Scharf beeinflusst unsere Geschmackswahrnehmung, aber das funktioniert auch andersherum. Vor allem süß und salzig haben einen merklichen Einfluss auf unsere Scharf-Wahrnehmung und mildern diese. So ist das Lutschen von Salz- oder Zuckerkörnchen ein probates Mittel gegen den Chili-Schmerz. Gute Tipps sind aber auch das Trinken von Milch und das Essen von Käse, da der schmerzauslösende Stoff Capsaicin sehr gut fettlöslich ist. Und die teuerste Variante der Schmerzstillung ist dann das Trinken einer Beeren- oder Trockenbeerenauslese. Hier scheint die Kombination des sehr hohen Zuckergehalts mit den aromatischen und alkoholischen Komponenten die Scharf-Wahrnehmung besonders effektiv zu beeinflussen.

 

Übrigens

Paprika und Chili wurden vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt zum „Gemüse des Jahres“ 2015/2016 in Deutschland gewählt. Ziel ist u.a. die Erhaltungsarbeit rund um die Sortenvielfalt. Eine lohnenswerte Aufgabe, denn es existieren weltweit weit über 2.000 Paprika/Chili-Sorten.

 

Bericht: Dr. Kerstin Filipzik

HEILIGE PFLANZE CURCUMA

CURCUMA: WISSENSWERTES RUND UM GEWÜRZ UND PFLANZE

Neben Salz und Zucker sind Gewürze und Kräuter essentiell, um Geschmack, Aroma und gutes Aussehen ins Essen zu bringen. Ein interessantes Gewürz ist z.B. Curcuma, das bei uns als reines Pulver, vor allem aber als eine Komponente in Currymischungen Verwendung findet.

Die Pflanze Curcuma longa gehört zur Familie der Ingwergewächse. Sie hat große grüne Blätter und bildet einen Blütenstand in Form einer Ähre mit kleinen weiß- oder rosafarbenen Blüten aus. Als Gewürz wird, wie auch beim Ingwer, das Rhizom (rechte Abb.) verwendet, das sich neben der Wurzel im Erdreich entwickelt. Aus einem solchen Rhizom ist die abgebildete Pflanze gezogen.
Curcuma wird auch Gelbwurz genannt und enthält zu ca. 3% den intensiv gelbfärbenden Farbstoff Curcumin. Daneben finden sich ca. 5% ätherische Öle, die für den harzigen Geruch und leicht bitteren Geschmack verantwortlich sind. Frisch verwendet, kommen diese Komponenten gut zur Wirkung und verleihen dem Essen einen charakteristischen, herben, leicht brennenden Geschmack. In Pulverform, also getrocknet, ist die geschmacksgebende Wirkung weniger intensiv, hier überwiegt eine mildwürzige Komponente.

Das Hauptanbaugebiet der Pflanze liegt in Indien, dort galt Curcuma früher als „heilige Pflanze“. In der traditionellen chinesischen Medizin und im indischen Ayurveda wird sie seit Jahrtausenden als Heilmittel bei verschiedensten Krankheitsbildern eingesetzt, hervorzuheben sind ihre verdauungsfördernden und entzündungshemmenden Eigenschaften.

Die Lebensmittelindustrie setzt das Gewürzpulver hauptsächlich aufgrund der intensiven Farbwirkung gerne in Fertiggerichten ein, z.B. in Tüten- und Dosensuppen. In Lebensmitteln dagegen, in denen die würzigen Geschmacksstoffe stören, wird der reine Farbstoff Curcumin verwendet. Dieser wird entweder aus dem Rhizom extrahiert, fermentativ unter Einsatz bestimmter Bakterien oder aber synthetisch aus günstigen Rohstoffen hergestellt. In den Zutatenlisten von z.B. Süßigkeiten, Senf und Teigwaren findet er sich dann unter den Bezeichnungen „Farbstoff Curcumin“ oder „Farbstoff E 100“.

In der eigenen Küche sollte Curcuma auf keinen Fall fehlen. Schon kleinste Mengen reichen für eine schöne Färbung von Reisgerichten, Currys, Suppen und Soßen. Größere Mengen geben zudem einen exotischen Würzgeschmack. Die Gelbfärbung, die mit Curcuma erzielt wird, entspricht in etwa der Farbgebung von Safran, mit dem Vorteil, dass Curcuma vergleichsweise billig ist. 100 g Curcuma gibt es schon für 1-2 €, während 100 g echter spanischer Safran mehrere hundert Euro kosten. Aus diesem Grund wird gerne einmal gemogelt und Safran mit Curcuma gestreckt. Für Safran-Fans deshalb hier eine einfache Testmöglichkeit, benötigt wird dafür nur eine kleine Menge Soda (Natriumcarbonat), das in jeder Drogerie im Waschmittelregal erhältlich ist.

 

Der Test

Wenig Gewürz in ein kleines Gläschen geben und mit einigen Millilitern Wasser schütteln, bis sich eine Gelbfärbung zeigt. Eine kleine Messerspitze Soda zugeben, erneut schütteln und die Farbe betrachten. Eine Rot-Verfärbung weist auf Curcuma hin. Abb. 5 zeigt im linken Bild die Farbgebung von Safran|Curcuma in Wasser und im rechten Bild die gleichen Gläschen nach Zugabe und Schütteln mit Soda.

 

Bericht: Dr. Kerstin Filipzik

SOFTDRINKS: ZUCKER PUR

SOFTDRINKS – ZUCKERWASSER PUR

Die Auswahl wird immer größer und bunter, immer neue Kreationen kommen auf den Markt mit immer ungewöhnlicheren Zutaten. Eigentlich sind Softdrinks laut Definition nur „Erfrischungsgetränke mit geschmackgebenden Zutaten“. Aber gerade bei den Jugendlichen sind gewisse Marken schon zu einem Statussymbol geworden und werden mit besonderen Werten verbunden.

Wasser schmeckt nicht. Diese Aussage ist immer öfter zu hören. Außerdem ist die Auswahl an Erfrischungsgetränken riesengroß und geht von aromatisierten Mineralwässern, Limonaden und Eistees mit den unterschiedlichsten Geschmackseinrichtungen bis hin zu Energy-Drinks mit den fantastischsten Namen. Die schmecken, die Aufmachung der Flaschen und Dosen ist ansprechend, die Werbung verspricht viel. Dementsprechend sind die Preise teilweise hoch und gehen durchaus bis 6 Euro / Liter.

Leider sieht die Realität jedoch völlig anders aus und kann mit einem kurzen Satz gesagt werden: Wir trinken billiges, mit Zusatzstoffen und Aromen aufgepepptes Zuckerwasser. Die Hauptzutaten sind 1 Liter Wasser, 100 g Zucker, 3-5 g Citronensäure, Farbstoff, Aroma und die Kosten dafür bei industrieller Herstellung belaufen sich tatsächlich nur auf wenige Cent / Liter.

Der Preis ist das eine … der gesundheitliche Aspekt das andere. Der Zuckergehalt von Lebensmitteln ist ein vieldiskutiertes Thema und wird u.a. verantwortlich gemacht für Übergewicht, Karies und Diabetes-Erkrankungen. Die Menge, die wir täglich maximal zu uns nehmen sollen, beläuft sich laut GDA (Guideline Daily Amount) für normale Erwachsene auf 90 g/Tag (Frauen) bzw. 110 g/Tag (Männer).

Diese 100 g Zucker pro Tag klingen viel, sind aber schnell erreicht, und vor allem muss die Menge aufgeteilt werden:

  • in 50 % für den Zucker, den wir über den natürlichen Zuckergehalt von Obst, Gemüse und Milchprodukten zu uns nehmen (Fructose, Glucose, Saccharose, Lactose). Und hier können wir keine Abstriche machen, denn diese Lebensmittel sind für eine gesunde Ernährung unabdingbar.
  • und in max. 50 % für den Zucker, der Lebensmitteln, Süßigkeiten und Getränken zugesetzt wird und den wir selber auch noch zum Süßen von Getränken oder beim Kochen und Backen verwenden. Und hier können bzw. müssen wir sparen.

 

Das Fazit

Ein halber Liter eines handelsüblichen Softdrinks enthält ca. 50 g Zucker, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Und genau dieser halbe Liter reicht aus, um den Zuckerkonsum für den ganzen Tag in kürzester Zeit zu erledigen.
Da bleibt dem Einzelnen wirklich nur eines übrig: Sein Trinkverhalten überprüfen und vor allem langfristig ändern. Denn Wasser benötigt der Körper unbedingt, aber nicht die vielen leeren Kalorien, die wir mit den Softdrinks in uns hineinschütten.

 

Der gesunde Getränketipp

Wer kein pures Wasser trinken möchte, Leitungswasser oder Mineralwasser mit frisch gepresstem Zitronen- oder Limettensaft, mit Apfelschnitzen, mit sonstigen Früchten und Kräutern aromatisieren oder ungesüßten Tee trinken.

 

Bericht: Dr. Kerstin Filipzik