Hajo Port hat seit 1945 über 50 Jahre die Firmengruppe Port International zu einem der führenden Fruchtimporteure Deutschlands mit Geschäftskontakten in 42 Länder auf- und ausgebaut. Bereits Ende der 40er Jahre hatte er Beziehungen nach Spanien, Marokko, USA und Südamerika geknüpft. Wenig später kamen Kuba, Algerien, Südafrika, Mozambique, Simbabwe, Skandinavien, Ägypten, Neuseeland und Zypern als Schwerpunkte hinzu. Zahlreiche Pionierleistungen und Gründungsinitiativen gingen von Hajo Port aus, darunter die Gründung der Union Hamburger Fruchtauktionatoren, die Gründung der Importgruppe „eurobana“, die Einführung von Bananenkartons anstatt der Verschiffung loser Bananenbüschel, die Einführung der Marke „Dole“ im Joint Venture mit der Standard Fruit Company, die Gründung der Fruchtkühlschuppen GmbH zusammen mit der HHLA sowie der Bau des Kontorhauses am Großmarkt, in dem das Unternehmen noch heute seinen Sitz hat. Ferner baute er diverse ausländische Tochtergesellschaften und Beteiligungen in Holland, Spanien, Brasilien, Argentinien und Israel auf. Dank Hajo Port war das 1875 gegründete Familienunternehmen schon „globalisiert“, bevor es das Schlagwort für den weltweiten Warenhandel überhaupt gegeben hat. Neben seinen unternehmerischen Erfolgen war Hajo Port immer auch in diversen Verbänden und Ehrenämtern tätig gewesen. So bekleidete er gut ein Jahrzehnt die Position des Staatsdirektors Deutschland der International Apple Association Washington (USA), war über 20 Jahre Mitglied im Übersee-Club Hamburg, zwölf Jahre wirkte er als Vorstandsmitglied der CIMO, fast 15 Jahre als Vorsitzender des Prüfungsausschusses „Außenhandel“ der Handelskammer Hamburg, viele Jahre als Vizepräsident des DFHV und im Aufsichtrat der Hamburger Großmarkt Verwaltungsgenossenschaft sowie als Kuratoriumsmitglied des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA). Seit 1997 stand er den Port-Unternehmen als Chairman of the Board weiterhin bis zu seinem Tod mit großem Einsatz beratend zur Verfügung. Hajo Port hat die internationale Fruchtwelt über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt. Durch sein unbeirrtes Streben nach vorn hat er es immer wieder vermocht, Hürden zu überwinden und Rückschläge in Vorsprünge zu verwandeln. Mit vorausschauender Übersicht, Gradlinigkeit und Zuverlässigkeit lenkte er die Geschicke des Unternehmens nach den Grundsätzen eines hanseatischen Kaufmanns. Durch seinen partnerschaftlichen Umgang und sein diplomatisches Geschick verdiente er sich Anerkennung bei Geschäftspartnern und Politikern in aller Welt. Seinem „Hobby“, der Banane, blieb er bis zu seinem Tode verbunden. Sein unermüdlicher Einsatz für Gerechtigkeit und freien Handel sowie seine Mitarbeit in diversen nationalen und internationalen Wirtschaftsverbänden ließen ihm zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen zuteil werden, darunter die Ehrenbürgerwürde von Dallas (USA), der Verdienstorden von Honduras, die Ehrenmitgliedschaft des Nationalkongresses von Ecuador sowie das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Mit Hajo Port hat die Fruchtbranche ihren hanseatischen Gentleman verloren. Sein unternehmerisches Vermächtnis wird jedoch weiterhin präsent bleiben. Foto: Dieter Köhn
|
|
|